Corona-Risiko: Chronische Entzündungen und wie wir gegensteuern können

Entzündungen sind eigentlich als eine natürliche Antwort des Immunsystems zu verstehen. Wenn akute Entzündungen zu chronischen werden, signalisiert uns das: Irgendetwas in der Lebensführung läuft falsch! Höchste Zeit also gegenzusteuern, da sonst unser geschwächtes Immunsystem für Viren wie der neuartige Coronavirus ein leichtes Ziel ist.

Über einige chronische Entzündungskrankheiten wie Rheuma und Arthritis hatten wir bereits berichtet. Nimmt man die Gesamtheit der chronischen Entzündungen, so haben diese weltweit inzwischen epidemische Ausmaße angenommen. Wobei es eigentlich heißen müsste: westliche Welt oder Industriegesellschaft. 

 

Entzündungen spielen nahezu bei jeder Erkrankung eine Rolle. Ob es um Arthritis, Diabetes, Bluthochdruck, Osteoporose oder eine einfache Bronchitis, die sich auch zu einer Lungenentzündung entwickeln könnte, handelt. Sogar Alzheimer und viele Krebsarten lassen sich auf Entzündungsprozesse zurückführen. Diese Aufzählung könnte noch fortgeführt werden. Es kann sogar gelten: um chronische Erkrankungen besser zu verstehen und am Ende wirksam therapieren zu können, sollte man nach den Entzündungsherden – den Ursachen – suchen und gezielt gegensteuern.

 

Entzündungen sind eigentlich eine normale Reaktion unseres Körpers auf Stress. Mittels dieser bekämpft unser Organismus Schadstoffe und andere Eindringlinge. Sind die Ursachen erfolgreich bekämpft, sollte auch die Entzündung verschwinden. Entzündungen können sich sehr offensichtlich bemerkbar machen als Rötung, Hitze, Schwellung, Schmerz oder auch als Funktionsstörung. Problematisch wird es, wenn die Entzündung unterschwellig abläuft. Zunächst unbemerkt und ggf. nur leichte Symptome entwickelt. Dann sind eventuell leichtes Fieber und Unwohlsein erste Anzeichen einer solchen Entzündung.

 

Entstehen Entzündungen als Reaktion auf ungesunde Ernährungs- und Lebensweise, so werden daraus meist chronische Prozesse, die keinesfalls mehr unserer Gesundheit dienen. Mehr noch, bleiben diese chronischen Entzündungsherde unentdeckt, so können daraus meist schwere Krankheiten entstehen.

Hauptursachen für Entzündungen

Neben Eindringlingen wie Bakterien, Viren, Pilze oder Umweltgiften können auch Bewegungsmangel, eine vitalstoffarme Ernährung, Stress, insbesondere Dauerstress oder auch zu wenig Sonnenlicht zu chronischen Entzündungen führen. Auch akuter Schlafmangel gilt als Quelle für chronische Entzündungen. Diese chronischen Entzündungen verlaufen meist unterschwellig, oft also lange Zeit unbemerkt.

 

Aber sie belasten permanent unsere Abwehrkräfte und führen diese an ihr Limit. Die Folge, unser Immunsystem wird schwächer. Vorbeugend sollte die Lebensführung und insbesondere die Ernährung überprüft und umgestellt werden. Stärken Sie Ihr Immunsystem durch eine vitalstoffreiche Ernährung.

 

Entzündungshemmende Ernährung

Über den Wandel unsere Ernährungsweise in der westlichen Welt, in der Industriegesellschaft könnte man ganze Bücher schreiben. Besteht doch diese in der Regel aus stark verarbeiteten Lebensmitteln, überladen mit ungesunden Fetten und Transfetten, tierischen Eiweißen, Weißmehl und Zucker. Besonders, wenn der Zucker raffiniert ist, sind darin noch weitere Giftstoffe aus dem Herstellungsprozess enthalten. Diese vital- und mineralstoffarme Ernährung führt zu einer permanenten Übersäuerung und löst Entzündungsprozesse aus, die irgendwann chronisch werden.

 

Der in unserer Gesellschaft starke Trend zu Übergewichtigkeit ist zu einem großen Teil auf diese falsche Ernährungsweise zurückzuführen, also nicht nur auf Fastfood!

 

Wollen wir solche entzündlichen Prozesse vermeiden, ist eine Umstellung auf überwiegend basische Ernährung mit starken Antioxidantien wie Astaxanthin, den Vitaminen A, C, E solchen Mineralstoffen wie Selen, Magnesium, Zink und Omega-3-Fettsäuren das Gebot der Stunde.

Magnesium

Dieser essentielle Mineralstoff kann nicht durch unseren Körper selbst hergestellt werden und ist an mehr als 300 Stoffwechselvorgängen beteiligt. Aufgrund seiner vielfältigen Funktionen kann man es sogar das DAS Mineral bezeichnen. Viele Studien haben zudem inzwischen gezeigt, dass bei vielen chronischen Krankheiten oft ein Magnesiummangel vorliegt. Dieser Mangel hat meist zwei Ursachen: zum einen fehlt oft in der Ernährung ausreichend Magnesium, zum andern ist der Magnesiumverbrauch bei entzündlichen Prozessen aller Art oft stark erhöht. Was wiederum die Gefahr auch an Osteoporose zu erkranken erhöht.

 

Sie sollten also sowohl auf eine magnesiumreiche Ernährung achten und ggf. mit geeigneten Magnesiumpräparaten ergänzen.

Wasser ohne Zusätze

Oft kann man unser Leitungswasser, also ohne Zusätze wie Kohlensäure, bedenkenlos trinken. Der Tag sollte sogar damit beginnen und zwar mit lauwarmen Wasser, ein halber Liter darf es ruhig sein. Gibt man diesem noch einen Schuss frisch gepresster Zitrone, so erzeugt man schon am frühen Morgen einen Basenüberschuss. Das morgendliche Wassertrinken lässt nicht nur schnell alle Lebensgeister erwachen, sondern hilft uns mögliche Giftstoffe und Abfallprodukte aus dem Körper auszuspülen.

 

Rohes Sauerkraut

Der Darm ist unser größtes Immunorgan. Viele chronische Krankheiten haben hier ihren Ursprung. Fehlen in der Darmflora nützliche Bakterien, sind sowohl Pilzinfektionen als auch Infektionen möglich. Rohes Sauerkraut hilft eine gesunde Darmflora (wieder) aufzubauen. Eine Darmsanierung ist darüberhinaus nach einer Antibiotika-Behandlung unumgänglich.

Astaxanthin

Es ist das Superantioxidans schlechthin. Mit seinen herausragenden Eigenschaften hilft es den oxidativen Stress zu reduzieren und hat die Fähigkeit in unseren Zellen einzulagern. Sorgt damit für einen Langzeitschutz. Dieses Karotinoid kann Entzündungen hervorragend bekämpfen helfen.

Spinat

Als Karotinoid und dazu noch mit reichlich Flavonoiden gesegnet, gilt Spinat als starker Entzündungshemmer, weil in ihm die Antioxidantien Vitamin C, E, Selen, Mangan und Zink schlummern, die den oxidativen Stress bekämpfen helfen, der oft Entzündungen entstehen lässt.

Brokkoli

Als Lieferant von Sulforaphan wird Brokkoli auch eine krebshemmende Wirkung zugeschrieben. Auch hoher Vitamin-C-Anteil.

Zwiebel und Knoblauch

Als Vertreter der Lauchgewächse haben insbesondere Zwiebeln und Knoblauch viele wichtige Schwefelverbindungen, die bei der Bekämpfung von Entzündungen helfen. Bei Zwiebel ist der gelbe Naturfarbstoff Quercetin aus der Gruppe der Polyphenole und Flavonoide gut entzündungshemmend, während Knoblauch schon als gutes altes Hausmittel gegen Entzündungen seit Jahrhunderten genutzt wird.

 

Kurkuma und Ingwer

In einem Artikel über entzündungshemmende Ernährung dürfen diese beiden Mittel nicht fehlen. Beiden wird eine lange Tradition in der asiatischen Heilkunst nachgesagt. Insbesondere Kurkuma hat bei Gelenkentzündungen eine geradezu messbare Wirkung.

Omega-3 und Omega-6

Die Omega-3-Fettsäuren stehen in unserer Ernährung oft in einem ungünstigen Verhältnis zu Omega-6. Beide Fettsäuren sollten in jeder ausgewogenen Ernährung ihren festen Platz haben. Jedoch ist das Verhältnis meist sehr ungünstig, etwa 1:20 (Omega-3 : Omega-6). Besser wäre 1:5 oder gar 1:1, wie es Jahrhundert der Fall war. Man spricht Omega-3 entzündungshemmende und Omega-6 entzündungsfördernde Fähigkeiten zu. Oft ist unsere Ernährung zu Omega-6-lastig, sodass gezielt zu Lebensmitteln mit einem hohen Anteil an Omega-3 gegriffen werden sollte, etwa Hanf- oder Leinöl.

Wichtig: diese Öle nur im Rohkostbereich nutzen, da ein Erhitzen dem Öl schadet. Wer gerne mit Öl kocht, nimmt Olivenöl, wer brät, dann mit Kokosöl!

Gesunde Ernährung

Wer auf entzündungshemmende Ernährung setzt, sollte auch darauf achten, entzündungsfördernde Lebensmittel zu meiden. Insbesondere, wenn chronische Entzündungen bereits ihr Unwesen treiben.

Dazu gehören vor allem industriell stark verarbeitete Nahrungsmittel aller Art wie Süßigkeiten, Fertiggerichte, Wurst, Käse, viele Milchprodukte. Auch Zuckerersatz ist oft keine gute Wahl. Tierische Produkte und viele Milchprodukte können zu viel Arachidonsäure enthalten, die als entzündungsfördernd gilt. Genussmittel wie Alkohol, Kaffee und Nikotin sind zu reduzieren.

 

Stress & Schlaf

Dem großen Komplex Stress kann man viele Artikel widmen. Dieser von der Natur geschaffene überlebenswichtige Mechanismus auf plötzlich auftretende Gefahr zu reagieren (Fight or Flight), gehört zu den wohl am meisten verbreiteten Plagen der westlichen Lebensweise. Hier nur so viel: Stress macht krank und lässt entzündliche Prozesse entstehen. Er ist das schleichende Gift, das Gesundheit und Leben zerstört. Hier gilt es unbedingt gegenzusteuern und den Tagesablauf (wieder) so umzugestalten, dass Struktur und Rhythmus zurückkehren. Auch ein regelmäßiger und ausreichender Schlaf immer zu festen Zeiten gehört zu einem strukturierten Tagesablauf.

Bewegung

Diese sollte regelmäßig mindestens dreimal wöchentlich mindestens 30 min an der frischen Luft erfolgen. Das kann Sport im niedrig-intensiven Bereich sein oder auch längere (schnelle) Spaziergänge. Sogar Kraftsport ist möglich, weil hier die Muskeln besonders intensiv „nachbrennen“. Wer an Arthritis oder Arthrose leidet, kann es auch mit Ausdauersport versuchen, weil hier die Belastung oftmals sehr gleichmäßig und konstant ist. 

Zusammenfassung

Heutzutage lassen sich fast alle chronischen Erkrankungen auf entzündliche Prozesse zurückführen. Mit einer Umstellung der Ernährungs- und Lebensweise können wir diesen zum einen vorbeugen und zum anderen viele Beschwerden lindern und oft sogar symptomfrei werden lassen. Auf jeden Fall gilt: Sie stärken mit all diesen Maßnahmen Ihr Immunsystem. Ein starkes Immunsystem ist wiederum ein gutes Bollwerk für Infektionen aller Art. Diese nehmen dann meist einen sehr milden Verlauf.


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