Gereizt durch Corona? Mit einfachen Mitteln die Stimmung nachhaltig heben

Bild von 5132824 auf Pixabay
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Was Stimmung und Gefühlsleben angeht, so spielt unser Kopf dabei eine entscheidende Rolle. All die Beschränkungen und Vorgaben zu Coronazeiten lassen Wut, Ärger aber auch die Angst steigen. Es kommen Sorgen um die Liebsten hinzu und viele fühlen sich jetzt schneller gereizt. Es wird Zeit für Abhilfe zu sorgen. Mit einfachen Mitteln.

Vielen Menschen bleibt derzeit nur die Möglichkeit Geduld zu üben und abzuwarten. Man hofft auf ein Ende all der Beschränkungen in Sachen Corona und darauf, dass bald alles so wird wie vorher. Das zerrt an den Nerven. Denn auch die Sorgen um Angehörige lassen sich nicht einfach wegwischen. Eine neueste Studie aus den USA zeigt den Weg wie man das berühmte „tiefe Loch“ vermeiden kann. Binnen kurzer Zeit hebt sich unsere Stimmung und bewahrt uns davor, in eine Depression zu fallen. Diese Wirkung hält mehrere Wochen an.

 

Nur viermal pro Woche Sport treiben hilft die Stimmung nachhaltig zu heben, so das Ergebnis der Studie aus den USA. Beobachtet wurden gesunde, aber unsportliche Erwachsene. Gesund meint auch psychisch stabil, ohne seelische Belastungen. Denn bisher wurden die Auswirkungen von Sport auf die Psyche nur bei Menschen untersucht, die generell anfälliger für Depressionen oder Angststörungen waren.

Das Pensum, das die Studienautoren ihren Probanden auferlegten, ist schaffbar. Nur viermal wöchentlich mussten die Teilnehmer der Versuchsgruppe ca. 35 Minuten auf dem Laufband walken oder joggen. Man konnte auch alternativ den Hometrainer (Fahrrad) nutzen. Wichtige Vorgabe war jedoch, dass nach dem Training alle außer Puste waren. Das ganze Programm lief über drei Monate.

 

Nach Abschluss des Programms nach drei Monaten wurden sowohl die Teilnehmer der Versuchs- als auch der Kontrollgruppe wieder zu ihrer psychischen Verfassung befragt. Gleichzeitig wurde die Versuchsgruppe aufgefordert, einen Monat keinen Sport mehr zu treiben. Worüber sämtlich alle Teilnehmer enttäuscht waren. Offensichtlich hatten sie sich nach drei Monaten an die regelmäßige Bewegung gewöhnt – dieser Effekt tritt sogar schon früher ein.

 

Zwischen sechs und acht Wochen veranschlagen die meisten Fitnessexperten für die ersten Trainingseffekte. Ziel dieser Pause war es herauszubekommen, wie nachhaltig die sportliche Betätigung auch nach der Zwangspause die Stimmung beeinflusst hat. Das Ergebnis war eindeutig und überraschend zugleich: Um die psychische Gesundheit der Versuchsgruppe war es immer noch besser bestellt als vor dem Experiment!

 

 

Ihr Risiko, an einer Depression zu erkranken, fiel gegenüber der Kontrollgruppe um 35 Prozent. Auch hatten sie keine Probleme mit negativen Emotionen – sie waren weder gereizt oder verärgert noch feindselig. Die positive Wirkung stellte sich schon nach den drei Monaten Training ein und hielt auch während der unsportlichen Phase bis zur finalen Befragung an.

 

Insofern der Rat an alle: „Wer in diesen Tagen rausgehen kann, sollte es tun!“, so die Studienleiterin. Ob Joggen, Wandern oder Radfahren – mit regelmäßiger Bewegung lassen sich all die negativen Gefühle spielend besser bewältigen.

Bewegung hilft nicht nur der Psyche

Dass regelmäßige sportliche Bewegung hilft unsere Gesundheit zu erhalten, gehört zu den Grundweisheiten unserer Zeit. Sowohl die Versorgung unserer Organe mit Sauerstoff und Nährstoffen wird dadurch verbessert als auch – oft als Ausgleich zu Büroarbeit mit viel sitzender Tätigkeit – bekommen unsere Muskeln und Bänder die nötigen Impulse, sich zu straffen und nicht „einzurosten“.

 

Auch unser Gehirn funktioniert durch das regelmäßige Training besser. Zum einen wird auch hier die wichtige Sauerstoff- und Nährstoffversorgung verbessert. Zum anderen, wenn wie in unserer Studie geschehen, die Beinmuskeln mit im Spiel sind, profitiert unser Gehirn davon unmittelbar.

 

 

Zu diesem Ergebnis kam im Jahre 2018 eine Mailänder Studie. Die Neurologen der dortigen Universität untersuchten den Zusammenhang zwischen Bewegung und dem Nervensystem. Offensichtlich wird durch Bewegung, insbesondere die der Beine, die Bildung von neuralen Stammzellen angetrieben oder aber gehemmt. Die Forscher kamen dabei auf einen Effekt von 70 Prozent weniger Neuronen, wenn die Bewegungsfreiheit eingeschränkt wird! Neuronen sind diejenigen Nervenzellen, die in unserem Körper Reize übertragen, wie ein Kommunikationssystem arbeiten.

 

Das Ergebnis der Studie kann sich sehen lassen: Durch die Bewegung der Beine, vor allem bei körperlicher Belastung, werden Signale an das Gehirn gesendet, die für die Produktion gesunder Nervenzellen essenziell sind. Neurologische Gesundheit hängt somit nicht nur von den Anweisungen ab, die das Gehirn an die Muskeln abgibt. Auch die Signale, die von den großen Beinmuskeln des Körpers dem Gehirn überbracht werden, haben gesundheitliche Auswirkungen.

 

Mangelnde Bewegung der Muskeln führt also nicht nur zum körperlichen, sondern auch zum geistigen Verfall. Umgekehrt zeigen uns beide Studien, dass durch regelmäßige körperliche Aktivität sich die Fitness verbessern lässt und zwar in körperlicher, geistiger und psychischer Hinsicht. Schließlich lassen sich mit guter Stimmung auch die ärgsten Herausforderungen, auch die durch Corona, besser meistern.

 

Zusammenfassung

Dass durch regelmäßige sportliche Betätigung unser Immunsystem gestärkt und damit unsere Gesundheit, gehört zur Allgemeinbildung. Dass mit nur viermal Training wöchentlich sich unsere Stimmung nachhaltig verbessern lässt, hat eine neueste US-amerikanische Studie gezeigt. Dass es eine direkte Rückkopplung von den großen Beinmuskeln zu der Gehirnregion gibt, wo die Neuronen – unsere Kommunikationssatelliten – gebildet werden, hat eine Mailänder Studie 2018 erwiesen.

 

Beides zusammen ergibt: richtig dosiert kann man mit sportlicher Bewegung gezielt nicht nur seine körperliche Fitness verbessern, sondern auch die geistige und die psychische noch dazu. Sportliche Betätigung als Stimmungsaufheller. Das klingt nicht nur einfach, sondern ist auch einfach zu bewerkstelligen. Man muss nur damit beginnen. Am besten gleich.


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