Corona-Folgen: Ängste und Depressionen und wie man sich behelfen kann

Wenn man den Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverboten wegen Corona etwas Positives abgewinnen wollte, könnte man dies als ein riesiges gesamtgesellschaftliches Experiment betrachten. Doch Mediziner, Psychologen und Ethiker warnen vor den viel weitreichenderen Folgen: Die Menschen litten zunehmend an Ängsten und Depressionen. So könnte einmal mehr gelten, dass die Maßnahmen gegen Covid-19 mehr Schaden anrichten als das Virus Sars-Cov-2 selbst.

Vereinsamung

Wenn es den Menschen hier in Deutschland über Wochen, gar Monaten untersagt ist, seine nicht im eigenen Haushalt lebenden Angehörigen oder auch Freunde zu treffen, könnte das für viele der Weg in die Einsamkeit bedeuten. Was es heißt einsam zu sein, also ohne Gesellschaft, trifft Alleinlebende besonders hart.

 

Zwar gehört das sogenannte Singleleben für mehr als 20 Prozent der Deutschen zum Alltag, jedoch sind diese damit nicht aus dem gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen. Meist deswegen nicht, weil sie einen großen Freundeskreis pflegen, und/oder sie haben Familie. Erschwerend kommt derzeit hinzu, dass zusätzlich viele Erwerbstätige zum Homeoffice oder Untätigsein zu Hause verdammt sind, weil ihr Laden, ihre Firma, ihre Arbeitsstätte geschlossen werden musste.

Viele soziale Treffpunkte – dicht!

Ob Fitness-Studio, Bar oder Kneipe oder die vielen anderen sozialen Begegnungsstätten – alle sind sie derzeit geschlossen. Wer alleine lebt, kann die Wände anstarren, die Glotze anschalten oder sich per Smartphone, Tablet oder PC auf dem Laufenden halten. Doch gerade in dieser Situation ist die ständige Nachrichtenflut nur zu einem Thema, nämlich Corona – vorsichtig gesagt – nicht förderlich. Weder für die Psyche noch für die körperliche Gesamtverfassung.

 

Wer dann auch noch zu Hause sitzen und fürchten muss, dabei seinen Job zu verlieren, hat neben der Einsamkeit auch noch Existenzangst, verbunden mit der Furcht vor einem sozialen Abstieg. Zwar ist in Corona-Zeiten die Stigmatisierung als Versager oder Verlierer weniger wahrscheinlich, aber die Angst um die Zukunft kann ganz schön lähmen. Die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ist für Arbeitslose und Arme häufig schwieriger, warnen Psychologen gerade in diesen Tagen verstärkt.

 

Normalerweise könnte man Rat und Hilfe suchen. Bei Freunden, Familienmitglieder oder auch von professioneller Seite. Lebt man alleine, sind einem jetzt im Prinzip diese Wege komplett verschlossen. Denn weder Beratungsstellen noch Ärzte oder Psychotherapeuten werden sich kaum um die Masse der Ratsuchenden kümmern können. Zumal erschwerend hinzukommt, dass dringend vor Arztbesuchen abgeraten wird – nur in dringenden Fällen, heißt es allerorten. 

 

Ist der Kopf, ist die Psyche, sind die Ängste ein dringender Fall? Dabei beeinträchtigen Angstzustände bereits das Leben vieler Menschen, auch schon ohne Corona. Ruhig Blut bewahren hilft wenig, da beruhigende Stimmen fehlen und via TV und anderswo der Corona-Schrecken mit aller Macht aufrechterhalten wird.

Was tun?

Zu angstlösenden Medikamenten greifen? Die gibt es reichlich. Ebenso vielfältig sind die Nebenwirkungen. Die Pillen lösen zwar die Angst, aber nicht die ursächlichen Probleme. Mit Angstzuständen zu leben, ist nicht einfach. In unterschiedlichsten Situationen können diese Ängste zu unüberwindlichen Hürden werden. Also doch zur Tablette greifen? Nein, man kann tatsächlich aktiv werden. Nur wissen dies viele Betroffene nicht.

 

Selbst aktiv werden!

Sowohl Lebensstil als auch Ernährungsweise können Angstzustände begünstigen. Wenn dann noch solche äußeren Einflüsse, wie die durch die Corona-Hysterie auf den unterschiedlichsten Ebenen ausgelösten Probleme hinzukommen, ist ggf. der Nährboden bereitet, plötzlich Angstzustände zu entwickeln.

 

Der Hintergrund ist der, dass wir uns einerseits über die Ernährung auch bestimmte Nährstoffe wie Vital- und Mineralstoffe zuführen. Zum anderen aber auch unser Lebensstil sich ungünstig auf unsere Psyche auswirken könnte. Wie etwa zu wenig oder unregelmäßiger Schlaf, Stress, unregelmäßige Mahlzeiten, insgesamt ein wenig strukturierter und organisierter Tagesablauf. Alle diese Faktoren können unseren Hormonhaushalt ungünstig beeinflussen. Auch die – hier sehr wichtigen – Neurotransmitter werden entscheidend beeinflusst.

Ernährungsweise

Nicht wenige Menschen entwickeln unter Stress einen regelrechten Heißhunger auf Süßes oder Fastfood. Vordergründig führt das oft zur Beruhigung der Nerven. Jedoch werden in der Folge gerade durch raffinierten Zucker oder einfache Kohlenhydrate wie sie in Weißmehlprodukten oder Fastfood vorkommen Bedingungen in unserem Gehirn geschaffen, die Angstzustände und Beklemmung befördern. Kommt dann noch ein Trigger wie Corona hinzu, können diese auch ausbrechen. 

 

Eine hochwertige proteinreiche Ernährung mit komplexen Kohlenhydraten, mit gesunden Fetten unterstützt dagegen die Auflösung von Angstzuständen. Wer also auf Lebensmittel setzt, die reich an Mineral- und Vitalstoffen ist, versorgt sein Gehirn optimal, um solche Angstzustände möglichst gar nicht erst entstehen zu lassen. Auf die „leeren“ Kalorien und ungesunden Fette und Transfette, wie sie in Fastfood, Süßigkeiten oder anderen Fertigprodukten vorkommen, sollte man dagegen verzichten.

 

Serotonin

Serotonin ist unser Glückshormon, ein Neurotransmitter, der als Botenstoff zwischen den Nervenzellen fungiert. Es bringt uns unter anderem auf Wolke sieben. Ist der Serotoninspiegel zu niedrig, sind die folgenden Symptome Indikatoren dafür: Antriebslosigkeit und verstärkte Müdigkeit, gesteigerte Reizbarkeit und schlechte Laune, Angstzustände und verstärkte Schmerzwahrnehmung.

 

Dieses Hormon wird sowohl im Darm als auch direkt im Gehirn hergestellt. Dazu braucht es jedoch Tryptophan. Diese Aminosäure ist essentiell, das bedeutet unser Körper kann diese nicht herstellen und muss sie von außen zugeführt bekommen. Daher empfiehlt es sich auf tryptophanreiche Lebensmittel zu setzen und ggf. mit geeigneten Präparaten zu ergänzen. Man findet davon reichlich in Nüssen, Sonnenblumensaaten, Sesam, Hafer auch in Hirse ist es reichlich vorhanden.

 

Zwar können wir Serotonin auch im Darm herstellen, doch um die Produktion im Gehirn anzukurbeln, muss auch unser Tryptophan dorthin und zwar durch die Blut-Hirnschranke gelangen. Das ist ein etwas komplizierter Prozess. Daher nur so viel: Wer von der Wirkung von Tryptophan profitieren möchte, sollte nicht gleichzeitig eiweißreiche Lebensmittel zu sich nehmen, da deren Aminosäuren an der Blut-Hirnschranke in Konkurrenz zu Tryptophan stehen.

Vitamin D

Gerade erst haben brandneue Studien wieder gezeigt, dass es oft einen Zusammenhang gibt zwischen einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel und Angstzuständen. Schon eine 14-tägige Gabe von 50000 Lichteinheiten Vitamin D3 hat nach 16 Wochen signifikante Verbesserungen erbracht. Wichtig ist dabei zu wissen, dass gleichzeitig der Magnesiumspiegel eine entscheidende Rolle spielt. Ist dieser zu niedrig, kann unser Körper das Vitamin D nicht aktivieren. Es empfiehlt sich also ggf. auch hier mit einem geeigneten Magnesium-Präparat zu ergänzen.

Vitamin-B-Komplex

Aus der Vitamin-B-Gruppe interessieren uns in Bezug auf das Gehirn insbesondere B3, B9 und B12. Ein Mangel an B-Vitaminen kann Angstzustände begünstigen, wie nicht zuletzt Studien aus 2017 nachgewiesen haben. Dort konnte man ermitteln, dass mindestens die Hälfte der Studienteilnehmer, die unter Angstzuständen und Depressionen litten, einen zu niedrigen B-12-Spiegel hatten.

 

Jedoch sollte man daraus nicht schließen, ausschließlich auf einzelne B-Vitamine zu setzen. Forscher weisen immer wieder daraufhin, dass die Vitamine der B-Gruppe eng zusammenarbeiten und es hier nicht zu einem Ungleichgewicht kommen dürfe. Wichtig ist auch hier wieder zu wissen, dass ein zu niedriger Magnesiumspiegel die Aktivierung der B-Vitamine hemmt.

 

Magnesium und Stress

Auch aus dem Jahre 2017 stammt eine Studie, die den Nachweis erbrachte, dass zumindest bei leichten bis moderaten Angststörungen Ergänzungen mit Magnesiumpräparaten hilfreich sein können. Gerade in stressigen Zeiten oder, wer mit Ängsten zu kämpfen hat, sollte auf magnesiumreiche Lebensmittel besonders achten wie Vollkornprodukte, Saaten von Sonnenblumen oder Kürbissen, auch grünes Blattgemüse wie Spinat enthalten reichlich. Leidet man unter Dauerstress, wird der Cortisolspiegel erhöht. Um diesen auszugleichen, steigt der Magnesiumverbrauch. Ein Magnesiummangel könnte die Folge sein, mit all seinen negativen Folgen für unseren Stoffwechsel. Es empfiehlt sich ggf. mit einem geeigneten Präparat zu ergänzen.

Stresspegel senken

Stress als ein sehr wichtiger Mechanismus in lebensbedrohlichen Situationen (Flight or Fight) kann im Dauerzustand zu vielen ernsthaften Erkrankungen führen. Es gilt also den Stresspegel zu senken. Die Aminosäure L-Theanin kann den Stresspegel senken helfen, wie Studien aus 2016 nachgewiesen haben. Bereits 200 ml reichten aus, um bei Angstpatienten den Stresspegel nachweislich zu senken.

Omega-3 und Astaxanthin

Während Omega-3-Fettsäuren wichtige Bausteine unseres zentralen Nervensystems sind, kann Astaxanthin als Antioxidans oxidativen Stress und Entzündungen bekämpfen helfen. Gerade bei Angst- und Stresszuständen ist der Verbrauch an Antioxidantien stark erhöht, da freie Radikalen vermehrt entstehen.

Eine zu geringe Zufuhr an Omega-3 erhöht nachweislich das Risiko für Demenz, Depressionen und Angstzuständen, wie Forscher im Jahre 2018 nochmals bestätigten. Bereits 2g zusätzliche Omega-3-Gabe konnte die Angstzustände nachhaltig lindern.

 

Aufpassen: Wer z. B. Blutverdünner einnimmt, sollte vor einer Omega-3-Einnahme seinen Arzt konsultieren!

Die guten alten Hausmittel

Baldrian, Kamille, Lavendel. Ob als Öl oder Kapsel, diese Hausmittel können Ängste lösen und Depressionen lindern helfen, wie verschiedene Studien bestätigen. Als beruhigendes Mittel oder Einschlafhilfe ist insbesondere Baldrian schon länger bekannt. Kamille als Extrakt kann sogar der Wirkung von angstlösenden Medikamenten gleichgesetzt werden. Lavendelöl hilft gut z. B. bei nervöser Erschöpfung, Schlafstörungen und Migräne, wie eine Studie aus 2014 ergab.

 

Lebensstil ändern

Das oberste Ziel bei Stress- und Angstzuständen muss es sein, das Nervenkostüm zu beruhigen. Vor allem ausreichender und regelmäßiger Schlaf ist hier sehr wichtig. Wie man wieder zu einem gesunden Schlaf findet, haben wir hier besprochen.

 

Ist der Alltag hektisch und stressig, werden unsere Nebennieren stark beansprucht. Hier werden wichtige Hormone produziert, u. a. auch unser Cortisol. Cortisol wird bei Stress vermehrt ausgeschüttet. Nimmt der Stress überhand, kommt aus der Nebennierenrinde nicht mehr genug Nachschub und unsere Fähigkeit mit dem Stress fertig zu werden, sinkt. 

 

In unserem Fall kann das auch zu Angstzuständen führen, auch in solchen Situationen, die wir sonst spielend meistern. Es gilt daher unsere Nebennieren zu schonen. Bauen Sie in den Tagesablauf gezielt Phasen der Entspannung ein. Das kann Yoga oder Meditation sein oder aber auch ausgiebige Spaziergänge an der frischen Luft.

Statt eines Wechsels der Tätigkeiten gilt es tatsächliche Pausen, Phasen des Nichtstuns einzubauen. Wir dürfen auch mal faul sein! Achten Sie auf gesunde und regelmäßige Mahlzeiten. Vermindern Sie Ihre Ansprüche und damit den Druck auf sich selbst.

 

Bestimmte Nahrungsergänzungsmittel wie Ashwaganda oder Rhodiola rosea können darüberhinaus dazu beitragen, Stress besser zu ertragen, also die Stressresistenz zu erhöhen.

Zusammenfassung

Angstzustände und Depressionen sind inzwischen weit verbreitete Phänomene. Genauso vielfältig wie die Ursachen sind, gibt es auch zahlreiche angstlösende Medikamente. Doch oft haben diese Nebenwirkungen und schaffen neue Probleme. Eine Änderung des Lebensstils und auch der Ernährungsweise sind oftmals der bessere Weg. Einerseits um solche Zustände zu verhindern oder um vorhandene zu lindern. Das Gespräch mit einem professionellen Helfer wie Arzt oder Therapeut sollte auf jeden Fall gesucht werden. Wer Lebensstil und Essgewohnheiten wie beschrieben ändern kann, unterstützt eine solche Therapie auf jeden Fall wirkungsvoll.


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Kommentare: 2
  • #1

    Dr. Gunther Kümel, Virologe (Freitag, 10 April 2020 15:25)

    Der Tenor des Artikels ist gefährliche Verharmlosung!
    Die KRANKHEIT ist gefährlich für alle, nicht die Maßnahmen dagegen!

    Wer Corona nicht ernst nimmt, geht in die Falle, wird infiziert und stirbt vielleicht (Letalität 1-10% der Erkrankten).
    Menschen aller Altersklassen werden infiziert, auch Kinder unter 4 oder Jugendliche. Die Fälle sind nicht selten, wo auch 20-Jährige beatmet werden müssen. Sterben tun eher die Alten ab 50 oder 60. Selbst bei leichtem Verlauf können lebenslang Lungenschäden zurückbleiben. Die Erkrankung ist grausam, 4-6 Wochen Husten Tag und Nacht, Schmerzen (Kopf und Glieder), schwere Atemnot, Lungenentzündung, hohes Fieber.

    Die Regierung sagt, 60-70% der Bevölkerung erkranken, das sind 56 Millionen, davon 11 Millionen schwer.
    Die jetzigen Maßnahmen (milde Ausgangssperre) bewirken NICHT eine Verminderung der Gesamtzahl, sondern eine (sehr wichtige) zeitliche Verschiebung, damit nicht Millionen gleichzeitig in die Krankenhäuser drängen.

    ES KOMMT ALSO ALLES DARAUF AN, NICHT INFIZIERT zu werden (siehe Anlage !).
    Durch die Schutzmaßnahmen hat es also jeder in der Hand, ob er zu den 20% Nichtinfizierten gehören will, oder zu den 80% der Erkrankten.

    In der Abb. siehst Du die Übertragungswege. Direktes Anhusten oder Körperkontakt ist natürlich der Hauptansteckungsweg, aber das ist nicht alles!
    Oben (Droplet nuclei) sieht man, daß ein Infizierter eine feine infektiöse Wolke ausatmet, die Stunden in der Luft hängen bleibt, selbst wenn der Infizierte längst weg ist. Dagegen hilft auch ein Mundschutz nicht.
    Sehr wichtig, daß das Virus an Oberflächen haftet und für VIELE TAGE INFEKTIÖS bleibt! In der Abb. unten (indirect contact) !
    Das heißt, wenn man etwas anfaßt, was Tage vorher ein Infizierter angefaßt hat, und berührt man dann Mund, Nase oder Augen, wird man angesteckt.
    Händewaschen (gründlich!) hilft, aber unterwegs kann man das ja nicht.
    Dann muß man die Hände häufig DESINFIZIEREN: 3 ml, 30 sec.

    Händedesinfektion ist kaum zu bekommen, und wenn, ist es schweineteuer.
    Ich habe nach dem WHO-Rezept für die Familie einen Überschuß angesetzt, ich kann euch gerne etwas abgeben, wenn Bedarf besteht.

  • #2

    9LEBEN (Freitag, 10 April 2020 18:22)

    Lieber Dr. Kümmel,

    vielen Dank für Ihren Kommentar. Gleichwohl liegt uns die Gesundheit aller am Herzen. Besonders den Lesern dieses Blogs.

    Jedoch werden wir uns nicht an der Panikmache beteiligen. Vielleicht haben Sie als Virologe eher einen Tunnelblick. Einem Verkehrsforscher gleich, der vor dem Autofahren warnt, weil es töten könnte. Auch Viren töten. Die Infektionen, die diese und andere Keime auslösen, können töten.

    Dass Sars_Cov-2 eventuell nicht tödlicher als eine Influenza ist, lässt zumindest die neueste Heinsberg-Studie zur Gemeinde Gangelt von Dr. Streeck vermuten. Danach wäre die Letalität bei 0,37 %.

    Trotzdem sind mindestens zwei Dinge immer wichtig: Allgemeine und besondere Hygienevorschriften beachten und die eigene Gesundheit stärken. Die Stärkung der eigenen Gesundheit, insbesondere des Immunsystems und des Wohlbefindens kommt in den Medien definitiv zu kurz!